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Mach mal!

Autor: SaraMueller | Datum: 15 September 2015, 23:11 | 0 Kommentare

Endlich –mein erster Arbeitstag, denke ich mir, als ich morgens um halb 7 aufstehe. Ich mache mich fertig und um viertel vor acht stehen Patrizia und ich im Büro der Direktorin des Stream B. Nach einer kleinen Lehrerbesprechung, bei der Patrizia und ich uns dann auch einmal kurz dem Kollegium vorstellen und sagen, welche Fächer wir gerne unterrichten möchten, heißt es aber erstmal wieder warten für uns ...Nach ca. 2 Stunden kommt ein Lehrer und bringt mich in eine sechste Klasse. Dort soll ich dann mal spontan alleine den neuen Französischunterricht schmeißen und den Schülern „Basic French“ beibringen. Ich kann das erst gar nicht recht glauben und frage nochmal nach, ob ich mich auch wirklich nicht verhört habe. Aber ich hatte mich nicht verhört und so muss ich binnen weniger Minuten mir überlegen, wie ich das nun anstelle.... den schließlich habe ich noch  nie zuvor eine so große Klasse von über 30 Kindern unterrichtet, oder zugeschaut, wie der Unterricht hier abläuft.... und mein Englisch ist leider auch nicht so brillant, dass ich damit ausreichend Regeln erklären könnte und gerade mal so Französisch ohne jegliche Vorbereitung oder Bücher zu unterrichten... stellt sich als wahre Herausforderung heraus. Also ab ins kalte Wasser... mein Körper zittert, und ein mulmiges Gefühl überkommt mich... vielleicht hätte ich doch nicht sagen sollen, dass ich gerne mit in den Französischunterricht gehen möchte... damit habe ich ja nun wirklich nicht gerechnet,  direkt so eine Verantwortung zu bekommen.... Nachdem ich mich wieder ein wenig gesammelt habe, fange ich also an, mit einigen Basic Wörtern und Sätzen auf Französisch, was anfangs noch erstaunlich gut klappt. 

Zu dem Zeitpunkt weiß ich jedoch noch nicht, dass mein Französischunterricht 3 Stunden geht und die Schüler trotz einer Zwischenpause irgendwann einfach unruhig  werden und es damit zunehmend schwieriger zu unterrichten

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Hochzeit "zu" Ghana

Autor: SaraMueller | Datum: 11 September 2015, 12:59 | 0 Kommentare

Pünktlich um halb 11 stehen wir vier in der Kirche. Der ganze Raum ist festlich mit Luftballons und Stoffbändern geschmückt, selbst der Platz des Brautpaares ist mit Blumengirlanden verziert. Patrizia und ich haben uns vor der Hochzeit noch neue Kleider schneidern lassen, die wir nun nun voller Freude tragen. Wir müssen jedoch feststellen, dass wir zu den Ersten gehören und dürfen erstmal noch etwas warten, bis es los geht...und dann ist es endlich soweit...

Singend kommt der Chor in die Kirche, begleitet von Trommelmusik und Tänzern...dahinter folgen der Bräutigam und die Pastoren. Gemeinsam singt die Hochzeitsgesellschaft einige Lieder auf Ewe   mit dem Chor und dann ist es endlich Zeit die Braut feierlich zu begrüßen... tanzend kommt sie mit vier Blumenmädchen in die Kirche in einem strahlend orangenem Kleid, währenddessen die Gemeinde laut klatscht. Als die Braut ihren Platz erreicht hat, beginnt Rev. Godwin mit der Predigt, in der er auf die Beziehung zwischen Mann und Frau eingeht. Anschließend tauscht das Brautpaar das Ehegelübte und die Ringe aus. Als der Bräutigam die Braut dann endlich küssen darf, applaudiert die Gemeinde tobend. Hier ist es nämlich nicht üblich, dass sich ein Paar in der Öffentlichkeit küsst. Insgesamt dauert der Hochzeitsgottesdienst ungefähr zwei Stunden und ähnelt unserem doch sehr. Nur die Unterzeichnung der Hochzeitsurkunde im Gottesdienst war  neu für uns.

Nach dem Gottesdienst geht es draußen aber noch weiter. Vor der Kirche sind Zelte, Stühle, die Hochzeitstorte und ein großes Büffet aufgebaut. Nachdem das Hochzeitspaar wieder Platz genommen hat und die Hochzeitstorte angeschnitten wurde, werden mehrere Tänze von verschiedenen Gruppen präsentiert und eine Gospel Sängern ergänzte das Programm  musikalisch.

Als das Büffet „endlich“ eröffnet wird, bildet sich eine große Schlange. Wir bleiben erst einmal sitzen, da wir nicht sicher waren, ob wir auch hierbei teilnehmen dürfen. Nach einiger Zeit bringt uns jemand direkt zum Anfang der Schlange, sodass wir uns nicht einmal anstellen müssen. „That is not fair!“ sage ich laut. Die Leute lächeln mir jedoch zu und geben mir einfach einen Teller. Ich versuche mein ungutes Gefühl zu unterdrücken und nehme etwas Reis. Richtig genießen kann ich ihn trotzdem nicht mehr...

Nachdem wir aufgegessen und noch einige Fotos geschossen haben, verlassen wir die Hochzeit... gefallen hat es uns ansonsten wirklich gut ... Hochzeiten sind ja auch immer etwas Schönes ;)

 

 

Das Hoffmannshaus

Autor: SaraMueller | Datum: 04 September 2015, 22:25 | 0 Kommentare

„Kiikerikieee, Kiikerikieee“ macht es morgens um ca.03:30 Uhr und ich drehe mich zur Seite um weiterzuschlafen. Leider ohne Erfolg, denn die beiden Hähne haben anscheinend vergessen, dass es noch mitten in der Nacht ist und krähen fröhlich weiter ;)

Unser Haus, das Hoffmanns Haus, ist ein altes Missionshaus und enthält eine Küche, zwei Bäder, fünf Schlafzimmer, ein großes Wohnzimmer und eine Veranda. Klar, ist ein großes Haus cool, da dadurch Niklas und Alma für drei Wochen bis sie nach Togo gehen hier wohnen können oder man andere Gäste hier super aufnehmen kann, aber es bedeutet natürlich auch eine Meeeenge  zum Putzen und Aufräumen Undecided Die letzten Tage haben Patrizia und ich angefangen das gesamte Haus einmal auf den Kopf zu stellen und aufzuräumen oder als erstes die Küche zu putzen, bei der uns aber glücklicherweise Niklas und Alma geholfen haben... und nach und nach kommen dann auch noch die restlichen Zimmer mit Grundputz dran.... ;)  

Eine Müllabfuhr gibt es hier leider nicht, daher verbrennen wir unseren Papiermüll selber im Garten an einer kleinen Feuerstelle, aber den Rest geben wir dann doch lieber weg...

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Markttag

Autor: SaraMueller | Datum: 01 September 2015, 18:09 | 0 Kommentare

Alle vier Tage ist in Ho Markttag. Zusammen mit Fidel machen wir uns auf den Weg dorthin. Nach ca. einer halben Stunde Fußmarsch sind wir endlich da. Und dann geht es los uns Getümmel. Rechts und links von uns sind unzählige Marktstände. Es gibt Obst und Gemüse zu entdecken, aber auch Koffer, Schuhe und andere Sachen.  Frauen und Kinder verkaufen ihre Ware. Es ist eng und voll auf dem  Markt. Um die anderen nicht zu verlieren, muss ich schnell laufen und gleichzeitig aufpassen niemanden auf die Füße zu treten und wohl möglich etwas von einem Marktstand umzuschmeißen. Neben mir höre ich dir Kinder „Yevo efoa?“, rufen, was so viel heißt, wie „Weißer, wie geht es dir?“. Ich weiß nicht ganz wie ich reagieren soll, versuche es zu ignorieren, und laufe schnell weiter. Auf dem Boden liegt mancherorts viel Müll herum, sodass ich kaum hinsehen mag.  „Ghana is dirty, isn’t it?“ fragt uns ein Freund von Fidel, den wir unterwegs getroffen haben. „Yeah it is!“ sage ich und erinnere mich an meine Erfahrungen in Bolivien.

Bevor ich nach Ghana geflogen bin, war ich zusammen mit meiner Familie drei Wochen in Bolivien. Auch dort waren wir oft auf den Märkten und ich erkenne die vielen Gemeinsamkeiten zwischen den Märkten dort und dem Markt in Ho. Auf den Märkten sind meist viele Menschen, die Frauen versuchen ihre Ware zu verkaufen, oft sitzen Kinder dabei und auf der Straße liegt oft Müll.  Aber warum ist das so frage ich mich? Ich fange an die Menschen zu beobachten und stelle entsetzt fest, wie viele ihren Müll unachtsam einfach auf die Straße werfen. Aber dann packe ich mir selber wieder an die Nase und stelle erschreckt fest, dass ich selber nicht besser bin. Nehme ich beim Einkaufen nicht selber oft eine Plastiktüte? Greife ich nicht auch zur Plastikflasche, anstatt das Wasser abzukochen? Und auch sonst ist unser Mülleimer ziemlich schnell voll.  (weiter)